Kundenhandy aus Werkstatt gestohlen — Welche Versicherung zahlt?
Einbruch am Wochenende: 12 Kundenhandys und die Tageseinnahmen sind weg. Gesamtschaden: rund 15.000 €. Wer kommt dafür auf?
Jetzt Tarife vergleichenDer Schadensfall: Einbruch in die Handywerkstatt
Es ist der Albtraum jedes Werkstattbetreibers: Du kommst am Montagmorgen zur Arbeit und findest die Tür aufgebrochen vor. Die Vitrine mit Kundenhandys ist leer, die Kasse aufgebrochen, wertvolles Werkzeug fehlt.
In unserem Beispiel wurden bei einem nächtlichen Einbruch 12 Kundengeräte gestohlen — darunter mehrere iPhones und Samsung-Flaggschiffe. Außerdem die Barzahlungen der letzten Tage und hochwertige Ersatzteile.
Schadensübersicht
12 Kundengeräte
Smartphones verschiedener Marken und Preisklassen, zur Reparatur abgegeben. Zeitwert insgesamt: ca. 9.000 €.
Bargeld
Tageseinnahmen von Donnerstag und Freitag, noch nicht zur Bank gebracht: ca. 1.200 €.
Ersatzteile & Werkzeug
Hochwertige Displays, Lötstation und Spezialwerkzeuge: ca. 3.500 €.
Tür & Sicherheitstechnik
Aufgebrochene Eingangstür, beschädigte Vitrine. Reparaturkosten: ca. 1.300 €.
Gesamtschaden: rund 15.000 €
Welche Versicherungen greifen bei Einbruchdiebstahl?
Bei einem Einbruch in die Handywerkstatt brauchst du zwei Versicherungen, die zusammenarbeiten:
1. Inhaltsversicherung mit Einbruchdiebstahl
Die Inhaltsversicherung deckt dein eigenes Betriebseigentum ab: Werkzeuge, Ersatzteile, Möbel, technische Ausstattung und — bis zu einer Grenze — auch Bargeld.
2. Betriebshaftpflicht mit Obhutsschadendeckung
Die Betriebshaftpflicht übernimmt die Haftung für Kundengeräte, die dir anvertraut wurden. Ohne Obhutsschadendeckung müsstest du die 9.000 € für die gestohlenen Kundenhandys aus eigener Tasche bezahlen.
Richtig handeln nach dem Einbruch
- Polizei rufen: Sofort den Notruf wählen. Ohne polizeiliche Anzeige zahlt keine Versicherung.
- Tatort nicht verändern: Lass alles so, wie du es vorgefunden hast, bis die Polizei da war.
- Dokumentieren: Fotografiere den Tatort, die Einbruchspuren und die leeren Stellen.
- Versicherung informieren: Innerhalb von 24 Stunden melden.
- Kunden benachrichtigen: Informiere betroffene Kunden zeitnah und professionell.
Prävention: So schützt du deine Werkstatt vor Einbruch
- Alarmanlage: Eine zertifizierte Einbruchmeldeanlage senkt nicht nur das Risiko, sondern oft auch die Versicherungsprämie.
- Überwachungskameras: Sichtbare Kameras wirken abschreckend und helfen bei der Aufklärung.
- Kundengeräte sicher lagern: Nutze einen abschließbaren Tresor oder Sicherheitsschrank für Kundengeräte über Nacht.
- Bargeld minimieren: Bring Tageseinnahmen regelmäßig zur Bank.
- Aufbruchsichere Türen und Fenster: Investiere in Sicherheitstüren und abschließbare Fenstergriffe.
- Inventarliste führen: Eine aktuelle Liste aller Kundengeräte mit Seriennummern beschleunigt die Regulierung erheblich.
Häufige Fragen: Diebstahl aus der Handywerkstatt
Ja. Als Werkstattbetreiber hast du eine Obhutspflicht für Kundengeräte. Du haftest für den Verlust. Die Betriebshaftpflicht mit Obhutsschadendeckung übernimmt diese Kosten für dich.
Ja, Einbruchdiebstahl ist ein Standardbaustein. Er deckt dein eigenes Inventar und Ersatzteile ab. Achte darauf, dass der Baustein aktiviert ist und die Versicherungssumme ausreicht.
1. Polizei rufen und Anzeige erstatten. 2. Nichts verändern, bis die Polizei da war. 3. Fotos vom Tatort machen. 4. Versicherung innerhalb von 24 Stunden informieren. 5. Betroffene Kunden benachrichtigen.
Nur bis zu einer bestimmten Grenze — häufig 500–1.000 €. Bewahre größere Bargeldbestände in einem geprüften Tresor auf, um den Versicherungsschutz zu maximieren.